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Willkommen in Waldhermes

Die Geschichte

1.1 Geschichtlicher Überblick

Einem mächtigen, edlen Franken, dessen Nachkommen sich Grafen von Henneberg nannten, gehörten weite Teile unserer Heimat bereits seit der Zeit der ersten Landnahme. Intensive Rodungs- und Siedlungstätigkeit, vor allem im östlichen Frankenwald, betrieben die Walpoten (Gewaltboten des Kaisers), auf die der Ortsname Walberngrün (Walpotengrune) zurückführt.

Als erstes Grafengeschlecht im Radenzgau sind die Markgrafen von Schweinfurt nachweisbar. Heinrich von Schweinfurt wurde jedoch wegen seiner Auflehnung gegen Kaiser Heinrich II. schwer bestraft. Kronach, seine letzte Zufluchtsstätte, brannte der Markgraf selbst nieder. Mit dem Tode seines Sohnes Otto erlosch 1057 die fränkische Linie im Mannesstamm. Die Besitzungen gingen an den bayerischen Grafen Arnold von Diessen über, der mit Giesela, der Tochter des letzten Schweinfurter Markgrafen, verheiratet war. Mit dieser Erwerbung schuf der Stammvater des Hauses Andechs- Meranien die Grundlage für die spätere Machtstellung seines Geschlechts im ostfränkischen Raum. Um 1135 entstand die Plassenburg als Meranierfestung gegen das Bistum Bamberg.

Dieses war 10007 von Kaiser Heinrich II. gegründet worden. In der Folgezeit erwarben die Bamberger Bischöfe im Frankenwald ein zusammenhängendes Gebiet: Martkgraitz (1057), Kronach (1122), Stadtsteinach (1151), Nordhalben (1154), Burgkunstadt (1248), Marktschorgast (1248), Legast (1385) und Teuschnitz (1385).

Eine reiche kolonisatorische Tätigkeit entfalteten die Mönche des Klosters Langheim, während um die Mitte des 11. Jh. das Benediktinerkloster Saalfeld zu wirken begann, das von Probstzella aus im nordwestlichen Teil des Frankenwaldes missionierte.

Im Jahre 1803 wurde das Hochstift Bamberg dem Kurfürstentum Bayern zugeteilt. Die anderen großen Gebietsherren im Frankenwald waren die Burggrafen von Nürnberg aus zollerischem Geschlecht. Burggraf Friedrich III. heiratete 1246 die Tochter des Herozgs Otto von Andechs-Meranien, dessen Geschlecht 1248 im Mannesstamm erlosch. Nun fassten die Nürnberger Burggrafen Fuß in Oberfranken. Sie erwarben 1340 die Herrschaft Plassenburg als Sitz des markgräflichen Oberlandes, 1386/88 Schauenstein- Helmbrechts, 1373 Hof und das Regnitzland, 1450 Naila, ferner Lichtenberg und weitere Gebiete.

Bei all diesen Erwerbungen kam es zu langwierigen Fehden mit den Vögten von Gera, Weida und Plauen, die Anspruch auf das Saale-Selbitz-Gebiet erhoben.

1603 starb die fränkische Linie des Zollern aus, die Markgrafen der Brandenburger Linie residierten nunmehr in Bayreuth.

Nach dem Thronverzicht Alexanders übernahm Preußen 1791 die Nachfolge in Ansbach- Bayreuth, 1805/1806 kam das Bayreuther Land in französischen, 1810 in bayerischen Besitz. Die Bevölkerung des Frankenwaldes, die zu allen Zeiten wegen des rauen Klimas und der schlechten Bodenverhältnisse hart um ihre Existenz zu ringen hatte, litt vor allem in den Hussitenkämpfen und im Dreißigjährigen Krieg. Was Kriegsnöte und Seuchen verschonten, wurde oft in schrecklichen Brandnächten ein Opfer der Flammen. So bildete sich ein zwar rauer, widerstandsfähiger, aber im Herzen guter Menschenschlag.

Heute gehört der Frankenwald zum Freistaat Bayern. Die Landkreise Hof, Kronach und Kulmbach teilen sich das nicht nur landschaftlich, sonder auch historisch interessante Gebiet.

1.2 Geschichtliches aus dem Frankenwald

Wer den Frankenwald durchwandert, begegnet nicht nur einer wundervollen Natur, sondern auch manchen Zeugen der Vergangenheit.

Die Plassenburg in Kulmbach, die Festung Rosenberg in Kronach, die Burg Lauenstein, das Wasserschloss Mitwitz, die Heunischen Burg bei Kronach und zahlreiche Schlösser künden von einer wechselvollen Geschichte. Burgruinen und längst überwucherte Reste ehemaliger Burgställe lassen das Geschehen verflossener Jahrhunderte erahnen. Aus dem Leben des Volkes – seien es die einstigen Flößer im Bamberger oder die Handweber im markgräflichen Herrschaftsgebiet – erzählen anschaulich die sorgsam gepflegten Museen.

Ältere Chroniken berichten, dass das Gebiet des Frankenwaldes in vorgeschichtlicher Zeit eine schauerliche, undurchdringliche Wildnis gewesen sei. Viele Einzelfunde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit beweisen jedoch, dass schon in jenen Epochen die mitteldeutsche Gebirgsschwelle in diesem Raum von Jägern, Sammlern und Händler überschritten wurde. Als wohl ältestes Kulturdenkmal mag die Ringwallanalge auf der Grünburg bei Stadtsteinach gelten. Jüngste Forschungen beschäftigen sich mit Befestigungen und Verkehrswegen der Kelten in unserem Gebiet (Wallanalge bei Kernlas usw.), doch kann von einer Besiedlung noch keine Rede sein.

Wie einzelne Orts- und Flurnamen vermuten lassen, erstreckte sich bis zum Jahre 491 n. Chr. ein großthüringisches Reich über unseren Raum. Nach der Unterwerfung der Thüringer durch die Franken erfolgte zunächst ein Einsickern slawischer Volksstämme, die teilweise in den unwirtlichen Waldgebieten angesiedelt wurden.

1.3 Geschichtliches zur Besiedlung am Rehbach

Die ersten Siedlungen entstanden wohl vom 10. bis zum 12. Jahrhundert auf den Rodungen der Hochfläche. In die feuchten, von dichten Wäldern bestandenen Gründe kehrte Leben ein, als der Erzreichtum des „Nordwaldes“ zur Anlage von Hochöfen und Schmelzhütten führte und jedes Dorf seine Mühle bekam. Der Weg von den Bauerndörfern zur Mühle war meist sehr beschwerlich wegen der ungünstigen Gelände- und Witterungsverhältnisse. Getreide- und Schneidmühlen sind wohl gleichzeitig entstanden.

1.4 Wasser- und Fischrecht am Rehbach

Für Bewohner des Frankenwaldes waren seit jeher die fließenden Gewässer lebensnotwendig. Dienten die Bäche der Bauern zur Bewässerung der Wiesen, so stellte für den Müller das Wasser die einzige Kraftquelle zum Mahlen und Sägen dar. Daraus entstanden zuweilen ernsthafte Streitfälle, so dass die Wasserrechte genau festgelegt werden mussten. Im Gneisgebiet mit seinem zu Lehm verwitterten Untergrund gab es „gute Bäche“, die stets genug Wasser führten, in der Schieferregion kannte man „schlechte Bäche“ mit oft geringem Wasserstand.

Die jeweilige Herrschaft besaß neben dem Jagd- auch das Fischrecht. Darauf achteten im Rehbachtal die Guttenberger, an den nördlichen Zuflüssen die Wildensteiner, später die Rienecker. Die Müller hatten Fischrecht im Mühlgraben und seinen Auslauf. Fischfrevel wurden streng bestraft.

1.5 Mühlen

1.5.1 Geschichte

Die Geschichte des Mühlrades reicht bis in die Antike zurück. Aus dem Schöpfrad entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein mit Schaufeln versehenes in die Strömung des fließenden Wassers eingetauchtes Rad. Aber erst ab ca. 700 n. Chr. verbreiteten sich die Wasserräder im Abendland.

Erste Erwähnungen im Frankenwald gehen auf das Jahr 1121 zurück. Vom französischen Baumeister Villard de Honnecourd ist die erste Skizze einer Sägmühle um das Jahr 1245 überliefert.

1.5.2 Volkskunde

Müller und Mühle spielten in der Volkskultur von jeher eine besondere Rolle. In früherer Zeit galt die Mühle vor allem als ein Ort dämonischer Umtriebe, vor allem durch die häufig isolierte Lage und die soziale Stellung des einerseits vom Grundherrn abhängigen, andererseits aber vielen Sagen zum Ausdruck kommt, beigetragen haben.

In neuerer Zeit werden Mühlen zunehmend als bzw. in Museen gezeigt oder zu privaten Wohnzwecken umgebaut.

1.5.3 Müllerei

Die Müllerei ist eine Handwerkskunst zur Gewinnung von pulverförmigen (mehlartigen) Produkten aus groben, festen Stoffen. (Die Aufbereitung von Getreide zu Mehl, Grieß, Dunst und Schrot) Früher wurden die Körner im Mahlgang zerkleinert, heute werden industriell ausschließlich Walzenstühle verwendet.

1.5.4 Unterscheidung der Mühlenarten

Die verschiedenen Mühlenarten werden nach drei großen Gruppen unterschieden:

– nach Antriebsarten: Windmühlen, Wassermühlen, Dampf-Mühlen, Motor-Mühlen

– nach Mahlgut: Getreide-Mühlen, Öl-Mühlen, Kohlenstaub-Mühlen, Zement-Mühlen,…

– nach der Maschinenart: Mühlen mit Mahlsteinen, Walzen-Mühlen, Rohr-Mühlen, Kegel-Mühlen, Kugel-Mühlen, Kollergang u. Mahlgang

1.5.5 Die Getreidemühlen

Die Getreidesäcke musste der Müller zu dem über dem Mahlgang befindlichen Kasten tragen. Von dort aus liefen die Körner langsam in den Mahlgang, um zwischen den beiden Mühlsteinen zerrieben zu werden. In dem darunter liegenden Beutelkasten trennte sich dann durch Schütteln das Mehl von der Kleie. Der Mahlvorgang nahm sehr viel Zeit in Anspruch.

1.6 Weberei

1.6.1 Geschichte

Gewichte, wie sie an primitiven Handwebstühlen zum Spannen der Ketten gebraucht wurden, fand man bereits in Siedlungen der Jungsteinzeit und der älteren Bronzezeit in der Schweiz. Im Orient und im Alten und Mittleren Reich Ägyptens war der horizontale Webstuhl bekannt, später in Ägypten auch der senkrechte. Eine Skizze eines senkrechten zweischäftigen Gewichtswebstuhls fand man auf einer Urne der Hallstattzeit in Mitteleuropa. Das erste verwebte Material war Leinengarn, erst später kam Tierwolle hinzu. Im späten Mittelalter findet man erstmals eine Abbildung des Trittwebstuhls. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte er sich weiter. Der englische Uhrmacher J. Kay erfand den sogenannten Schnellschützen zur automatischen Schiffchenbewegung, und 1784 baute der Geistliche E. Cartwright den ersten mechanischen Webstuhl des Lyoner Seidenwebers J. M. Jacquard, der es ermöglichte gemusterte Stoffe zu weben. Die Kettfäden wurden mit Hilfe von Lochkarten eingestellt. 1879 stellte W. von Siemens den ersten elektrisch angetriebenen Webstuhl her. Seit 1961 benutzt man für alle mechanischen und automatischen Webstühle die Bezeichnung Webmaschine.

Weberhäuser entstanden ursprünglich in jedem Dorf des östlichen Frankenwaldes, aber auch außerhalb von Siedlungen an Waldrändern und weniger fruchtbaren Talhängen. Das Weberhaus war eine in sich abgeschlossene Welt, in dem ursprünglich arme Handweber, Besenbinder, Tagelöhner usw. wohnten, die über das Jahr als billige Arbeitskräfte den Bauern zur Verfügung stehen mussten, dafür aber ihr eigenes Gemüse anbauen durften. Heute werden die wenigen übrig gebliebenen Weberhäuser wie Kleinode gepflegt, mancherorts als liebevoll eingerichtete Museen.

Weberei

Weberei ist die Herstellung von Geweben, textilen Flächengbilden aus zwei verkreuzten Fadensystemen, die rechtwinklig aufeinandertreffen. Das erste Fadensystem wird als Kette bezeichnet, das hindurch geführte als Schuss. Ein Webstuhl muss eine Vorrichtung aufweisen, mit der abwechselnd ein Teil der Kettfäden angehoben wird, ein anderer abgesenkt, so dass ein Fach entsteht, durch das der Schützen mit dem aufgespulten Schuss hindurchgeführt wird. Beim Handwebstuhl erfolgt die Fachbildung durch Tritte. Eine Schlagvorrichtung treibt den Schützen durch das Fach, von einem Schützenkasten zum anderen. Die Schützenkästen werden rechts und links von der Lade aufgenommen, die vor- und rückwärts bewegt werden kann, so dass das Riet (Webkamm) den gerade hindurchgeführten Faden fest an das fertiggestellte Gewebe anschlagen kann. Die Lade enthält auch die Laufbahn für den Schützen. Ein Schussdichtenregler zieht in Verbindung mit der Warenaufwicklung das Gewebe gleichmäßig weiter, so dass pro cm immer die gleiche Anzahl Schussfäden eingetragen werden. Auch von automatischen Webmaschinen konventioneller Bauart werden im Prinzip dieselben Arbeitsgänge ausgeführt. Es gibt heute auch schützenlose Webmaschinen, deren Schuss hydraulischen Düsen eingetragen wird. Spezielle Webmaschinen sind Rundwebmaschinen für Schläuche und Säcke, Frottierwebmaschinen und Rutenwebmaschinen für Plüsch oder Teppiche.

1.7 Geschichtschronik Waldhermes

1330 Chunrad Radekker gibt dem Kunrad und seinen Brüdern die halbe Wüstung „zu dem Grünleins“ zu Lehen.

1337 Durch Thomas Kürschner wird Waldhermes, das Dorf, Eigentum des Hospitals zu Kupferberg.

1609 Wolf von Guttenberg besitzt eine Mühle, ein Gut auf Waldhermes.

1625 Nachweise über Bezahlungen für Dienstleistungen des Müllers

1756 Hanß Kempf angenommen (wahrscheinlich Obere Mühle)

1762 Joahnn GarEys erkaufe (wahrscheinlich Obere Mühle)

1763 Johann Gründoner ertauscht den Lehenswert (wahrscheinlich Obere Mühle)

1769 Simon Weiß kauft das Besitzrecht mit Haus, Stadel, Garten und Stallung

1773 Friedrich Hofmann wegen anheyrathung zu lehn empfangen (wahrscheinlich Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1774 Wolfgang Adam erkauft die obere Mühle

1775 Cunrad Burger zu lehen gereicht (wahrscheinlich Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1780 Herrn Sauermann wird erlaubt einen Waffen Schmiede und benöthigtes Gesellen Haus nächst Drahthammer auf dem seinigen zu erbauen

1784 Georg Gareis aus Stammbach kauft die obere Mühle

1786 Thomas Becher erkauft und zu lehen gereichet (wahrscheinlich Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1790 Johann Pancraz Sauermann aus Neufang wird Eigentümer eines Drahthammers samt Zugehör zu Waldhermes

1803 Freiherrn von Guttenberg waren vor 1803 berechtigt, Gewerbsrechte in realer Eigenschaft zu verleihen

1805 Müllermeister Johann Adam Gareis von Waldhermes weist nach, dass bereits seinem Vater, dem Müllermeister Johann Gareis die Schenkgerechtigkeit auf der Mühle inkl. dazugehörigem Nebenhaus auf lebenslängliche Betreibung vorbehalten war

1812 Müllermeister Johann Adam Gareis von Waldhermes besitzt die obere Mühle, das Neben- oder Kellerhaus, die Zapfschenke sowie diese zu errichtenden Gefälle

1814 Johann Adam Gareis, Müller zu Waldhermes (wahrscheinlich Besitzer von Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1820 Nicol Becher (wahrscheinlich Besitzer von Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1821 Michael Hofmann durch Kauf (wahrscheinlich Besitzer von Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1835 Johann Hofmann durch elterliche Übergabe (wahrscheinlich Besitzer von Haus, Stadel, Garten und Stallung)

1873 Notarielle Beglaubigung, Johann Adam Gareis kauft am 29.01.1812 Besitzrecht der oberen Mühle

1887 Herr Gareiß kauft die obere Mühle

1899 Der Müller Wolfgang Gareiß kauft die obere Mühle

1926 Baupläne für den Einbau einer Turbinenanlage in die Schneidmühle, K. Gareiß

1951 Bauantrag für die Erneuerung und den Erweiterungsbau des Sägewerkes durch Rosa Weiß

1958 Bauantrag für Kaminerneuerung am Mühlengebäude durch Frau Rosa Weiß

Lage

2.1 Der Naturpark Frankenwald

Mit ca. 100.000 ha Gesamtfläche zählt der Naturpark Frankenwald (Stand 1997) zu den größten unter den 84 deutschen Naturparks.

Seine unmittelbaren Nachbarn sind die Naturparks Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge – Obere Saale; fast 400.000 ha zusammenhängende Naturparkfläche bilden die drei Naturparks.

Den Kern des Naturparks bildet der Frankenwald mit den unterkarbonischen Schiefern der Grauwacke. Seine Fortsetzung findet der Frankenwald im nahen Thüringern (Wurzbach, Neudorf, Lehesten).

Zum Naturparkgebiet zählen aber auch die Ausläufer des obermainischen Hügellandes im Südwesten und im Osten, als Verbindung zum Fichtelgebirge die Vogtländische Hochfläche. Etwas über 50% des Naturparkgebietes sind bewaldet, fast ausschließlich mit dem „Brotbaum“ der Waldbauern – der Fichte. Noch heute ist deutlich die Grenze zwischen früherem Fürstbistum Bamberg und der Markgrafschaft in den Waldbildern zu sehen. Die Bischöfe setzten auf die rasch wachsende Fichte, die auch wegen ihres leichteren Gewichtes floßbar war, die Markgrafen gaben der Rotbuche den Vorzug. Seit Jahren sind Staatsforstverwaltung und Privatwaldbesitzer bestrebt, den Laubholzanteil unter Einbeziehung der Tanne zu vermehren.

Gerodete Hochflächen, bewaldete Hänge und Wiesentäler – ein Dreiklang im Naturpark. Besonders die Wiesentäler machen den Frankenwald so reizvoll und erlebnisreich und manch seltene Pflanze oder Tierart lebt hier.

2.2 Verkehrsanbindung

Waldhermes ist auf verschiedenen Wegen zu erreichen:

Mit dem Flugzeug:

Waldhermes ist über die Fernflughäfen Nürnberg (ca. 100 km entfernt), Erfurt (ca. 130 km entfernt) und Leipzig (ca. 150 km Anreise) sowie über die Regionalflughäfen Hof und Bayreuth (jeweils etwa 30 km entfernt) zu erreichen.

Kleine Motorsportflugzeugplätze sind in Kulmbach und Helmbrechts vorhanden.

Mit der Bahn:

Waldhermes ist mit dem Regionalexpress auf der Bahnstrecke Bamberg-Kulmbach-Hof oder Bayreuth-Kulmbach-Bamberg zu erreichen. Ab der Haltestelle in Kulmbach muss die Anreise mit dem Bus mit der Buslinie Kupferberg-Grafengehaig bis zur Haltestelle Großrehmüle oder Grafengehaigt fortgesetzt werden.

Mit dem PKW:

In einem Umkreis von ca. 30 km befinden sich die Autobahnen A9 und A70, von denen man aus z.B. über die Bundesstraße 289 und die Frankenwaldhochstraße über Marktleugast, Großrehmüle und Grünlas das Areal erreichen kann.

Mit dem Fahrrad:

Der Euregio Egrensis Radfernweg (durch Bayern, Tschechien, Sachsen und Thüringen) führt über die Strecke Presseck-Wildenstein-Neumühle am Rehbachtal, nahe Waldhermes vorbei, weiter nach Guttenberg und Kupferberg durch den Frankenwald.

2.3 Örtliche Lage – Waldhermes

Waldhermes liegt eingebettet im Rehbachtal zwischen den Gemeinden Grafengehaig und Hohenberg. Waldhermes, umgeben von bewaldeten Hügeln mitten im Naturpark Frankenwald liegt etwa auf 575 m Höhe, abseits der großen Verkehrswege, ruhig und beschaulich am Wiesengrund an einem Südosthang.

Zahlreiche Teiche säumen den Weg des Rehbachs oberhalb von Waldhermes.

In östl. Richtung schlängelt sich der Rehbach weiter durch das Tal und wird durch die enge felsige Steinachklamm gezwängt.

2.4 Wasser- und Wanderwege

2.4.1 Der Rehbach:

Der Rehbach entspringt im Naturpark Frankenwald, oberhalb von Waldhermes und fließt im Rehbachgrund in Richtung Südwesten durch die Steinachklamm in den Waffenhammer bis nach Stadtsteinach. Ihm fließen auf seinem Weg der Kleine Rehbach, der Vollaufbach, der Rauschenbach, der Engerbach und der Bergleshoferbach zu, bis der Rehbach in die Untere Steinach mündet. Von Stadtsteinach aus fließt die Untere Steinach weiter nach Untersteinach, in die Schorgast.

Die Schorgast fließt nur wenige km in Richtung Westen, bis zur Forstlasmühle, um schließlich in den weißen Main zu münden.

2.4.2 Wanderwege:

Direkt durch Waldhermes führen zwei beschilderte Wanderwege:

Rundwanderweg,
der auf der Wanderkarte „Naturpark Frankenwald, Fritsch – Wanderkarte“ mit R bezeichnet wird und von Hohenberg aus oberhalb der Wallfahrtskirsche Marienweiher zur Achatzmühle, nach Tannenwirtshaus, Weidmes ins Rehbachtal nach Kleinrehmühle, Mehltaumühle, Großrehmühle nach Waldhermes und wieder nach Hohenberg zurück führt.

Wanderweg,
der auf der Wanderkarte „Naturpark Frankenwald, Fritsch – Wanderkarte“ mit Nr. 3 bezeichnet wird und vom Guttenberger Hammer über Neuensorg, Waldhermes, Grünlas weiter zur Vollaufmühle führt.

Der Mühlenweg

Nur wenige Schritte von Waldhermes entfernt führt der bekannte Mühlenweg vorbei. Der Mühlenweg des Frankenwaldvereins e.V. wurde 1977 eröffnet. Er führt auf einer Strecke von ca. 18 km durch eine unberührte, romantische Landschaft und kann in etwa 5 Stunden bewältigt werden.

Kennzeichen ist ein stilisiertes grünes Mühlrad auf weißem Grund. In den tief eingeschnittenen verkehrsfreien Tälern reihen sich elf ehemalige Mühlen und ein Hammerwerk aneinander. Der beschauliche Rundwanderweg lässt verschiedene Landschaftstypen erleben:

Die Ausläufer der Gneismasse und die Randschieferzonen des südlichen Frankenwaldes mit wellig-bewegten Fluren und weiten Rundblicken, aber auch die Diabasregion des Steinachtales mit steilen, waldbedeckten Hängen und lauschigen Gründen.

Rundwanderweg Mühlenweg ca. 18 km:

Buckenreuht – Schübelsmühle – Petersmühle – Schlackenmühle – Papiermühle – Hübnersmühle – Guttenbergerhammer – Mehltaumühle – Großrehmüle – Mesethmühle/Bromenhof – Schlockenau – Buckenreuth

Durch das nahe Steinachtal führen u.a. FWF-Hauptwander- und FWF Wanderwege.